Neuigkeit

Erinnerungspfad Höckerlinie Westwall in Otzenhausen

Erinnern in die Zukunft: Von Drachenzähnen und Höckerlinien

Wer aus Otzenhausen Richtung Autobahn herausfährt oder im Umfeld des Dorfes spazieren geht, kann sie sehen: Drachenzähne, Höckerlinien und einen verfallenden Bunker im Wald, die alle vor über 80 Jahren im Dunstkreis des Zweiten Weltkriegs entstanden. Sie sind Teile des Westwalls, der direkt durch Otzenhausen verlief.

Dass heute zwar im doppelten Wortsinn nicht vollständig, aber doch ziemlich viel Gras über die Sache gewachsen ist, wollen wir nicht so stehen lassen. Und freuen uns auf ein spannendes Erinnerungskultur-Projekt, das bis Herbst 2020 umgesetzt werden soll. In diesem Projekt wollen wir – verschiedene Partner unter Federführung der Gemeinde Nonnweiler - einen Teil der Höckerlinie wieder begehbar machen. Sie selbst ist ein Bodendenkmal und darf nicht verändert werden, man kann sie aber ergänzen. Daher erarbeiten saarländische Künstler drei Plastiken, einen Kunstraum und eine Streetart-Installation. Sie werden so gestaltet, dass beides – Höckerlinie und Kunst – zusammenwirkt. Eine dreisprachige Beschilderung, die unter wissenschaftlicher Begleitung entsteht, sorgt für die notwendigen Hintergrundinformationen.

Der Projekttitel "Erinnern in die Zukunft" bringt auf den Punkt, worum es geht, nämlich eine Brücke zwischen der Vergangenheit und der Zukunft zu schlagen. Sich mit den Mitteln der Kunst für ein friedliches Europa einzusetzen gehört zu den Grundlagen unserer Stiftungsarbeit. Ganz besonders freuen wir uns, dass ein Projektteil "In Memoriam Arno Krause" entstehen wird, benannt nach dem verstorbenen Gründer und Vorsitzenden des Kuratoriums unserer Stiftung.

Der Westwall entstand auf Befehl Adolf Hitlers zwischen 1938 und 1940 an der Westgrenze des damaligen Deutschen Reiches von der niederländischen bis zur Schweizer Grenze. Zeitweise bis zu einer halben Million Menschen, zivile Arbeiter ebenso wie paramilitärische Bautrupps der Organisation Todt, errichteten unter erbärmlichen Bedingungen rund 18.000 Bunker, Stollen, Gräben und Höckerlinien als Panzersperren („Drachenzähne“), ein über 600 km langes Bollwerk gegen die Alliierten.