Wenn Stühle zur Mangelware werden
Mit einem derartigen Andrang hatte das Team der Europäischen Akademie Otzenhausen nicht gerechnet: Wo es eingedenk der Uhrzeit und des Wochentags 80 Plätze angemessen fand, herrschte am 15. Dezember 2025 regelrechter Ausnahmezustand. Die Gäste nahmen den Mitarbeitern die eilig herbeigeholten Zusatzstühle förmlich aus den Händen – und dennoch blieb für manchen Musikfan am Ende nur ein Stehplatz. Rund 150 Zuhörerinnen und Zuhörer drängten sich in den Saal, um ein Highlight zum Jahresende zu erleben: Ein Hornbläserquartett der Deutschen Radio Philharmonie (DRP) machte im Rahmen des Projekts „Die DRP gehört vor Ort!“ am Montag, dem 15. Dezember 2025, Station an der Akademie.
Die zwei Hornistinnen und ihre beiden Kollegen brillierten nicht nur auf ihren Instrumenten, sondern auch als charmante Gastgeber: Sie moderierten ihr Programm selbst und schufen so eine Atmosphäre, die gleichermaßen nahbar und hochkarätig war. Die musikalische Reise spannte einen weiten Bogen: Neben anspruchsvollen klassischen Werken und festlichen Weihnachtsstücken sorgten auch populäre Evergreens der 1930er Jahre für Begeisterung. Als das Quartett humorvoll Melodien der Comedian Harmonists anstimmte, wehte ein Hauch von nostalgischem Varieté durch den Saal.
Live, beschwingt und mit einer ordentlichen Portion Spielfreude bereiteten die Musiker den Gästen einen stimmungsvollen Vorweihnachtsabend, der noch lange nachklingen dürfte.
Klassik zum Anfassen
Es war ein würdiger Abschluss des Kulturjahres 2025 für die Stiftung und die Akademie. Das Hornbläserquartett der DRP bewies eindrucksvoll, dass Hochkultur nicht zwangsläufig in einen großen Konzertsaal gehört. Unter dem Motto „Die DRP gehört vor Ort!“ hatten am 15.Dezember 2025 die Musiker der DRP ihre gewohnten Bühnen verlassen, um im ganzen Saarland verteilt in kleinen Formationen – vom Streicher- bis zum Bläserquartett – direkt zu ihrem Publikum zu kommen. Dabei hatte die EAO das Privileg, als einer von nur zwei Standorten im Landkreis Sankt Wendel ausgewählt worden zu sein.
Wer dabei war, erlebte mehr als nur ein Konzert – es war ein Gemeinschaftserlebnis, das zeigte, wie lebendig und verbindend Musik sein kann, wenn sie „vor Ort“ ankommt.






