Rendez-vous mit Europa: Catrin Gräber im Gespräch
Cathrin Gräber, Generalsekretärin des Ausschusses für grenzüberschreitende Zusammenarbeit (AGZ), gab im Rahmen unseres "Rendez-vous mit Europa" spannende Einblicke in die deutsch-französische Zusammenarbeit und die praktische Umsetzung europäischer Integration im Grenzraum.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie grenzüberschreitende Zusammenarbeit konkret verbessert werden kann. Gräber erläuterte die Rolle des AGZ, das auf Grundlage des Aachener Vertrags geschaffen wurde, um Hindernisse zwischen Deutschland und Frankreich zu identifizieren und Lösungsansätze auf politischer Ebene voranzubringen. Dabei wurde deutlich, dass viele Herausforderungen weniger auf fehlenden politischen Willen als auf komplexe Zuständigkeiten, unterschiedliche Rechtsrahmen und administrative Hürden zurückzuführen sind.
Besondere Aufmerksamkeit galt aktuellen Schwerpunkten des AGZ. Diskutiert wurden unter anderem die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung, die Förderung dualer Ausbildungs- und Studienmodelle sowie der sogenannte “Grenzraum-Check”, mit dem neue Gesetzgebung frühzeitig auf ihre Auswirkungen in Grenzregionen geprüft werden soll. Ziel ist es, bestehende Probleme nicht nur zu lösen, sondern zukünftige Hindernisse bereits im Vorfeld zu vermeiden.
Zugleich wurde die Bedeutung politischer Koordination auf lokaler, regionaler, nationaler und europäischer Ebene hervorgehoben. Erfolgreiche grenzüberschreitende Zusammenarbeit erfordere nicht nur geeignete institutionelle Strukturen, sondern auch langfristiges politisches Engagement und die Bereitschaft zum Kompromiss. Gerade im deutsch-französischen Grenzraum zeige sich, wie Europa durch konkrete Projekte und gemeinsame Lösungen für Bürgerinnen und Bürger unmittelbar erfahrbar wird.
Text:
Felix Marten





