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So war unser... Rendez-vous mit Prof. Marc Bungenberg

Beginn und Ort

11:55, Saarbrücken

Völkerrecht im Härtetest: Spannender Auftakt zum „Rendezvous mit Europa“

Am 11. März 2026 begrüßte Julien François Simons, Vorsitzender der Europa-Union Saar (EUS), auch im Namen der Stiftung europäische Kultur und Bildung (SEKB) im San Babila Milano in Saarbrücken einen hochkarätigen Gast: Prof. Dr. Marc Bungenberg von der Universität des Saarlandes. Vor rund 15 Teilnehmern gab der renommierte Jurist nicht nur persönliche Einblicke in seine Entscheidung für den Standort Saarland, sondern ordnete auch die aktuelle Weltlage ein. Vor dem Hintergrund der Konflikte im Iran und der Ukraine stellte er klar: Das Völkerrecht steht massiv unter Druck, doch als universelles Regelwerk funktioniert es im Kern weiterhin – auch wenn die Durchsetzung in Zeiten von Gewalt und Krisen schwieriger denn je erscheint.

In der anschließenden Diskussion schlug Bungenberg die Brücke von der Theorie zur harten Wirtschaftsrealität. Mit seinem „Blick von außen“ – geschärft durch seine Gastprofessur in Lausanne – analysierte er die Wahrnehmung der EU: Schweizer Medien arbeiteten sich zumeist an der Staatengemeinschaft ab und kritisierten Deutschland als starken, aber trägen Bären. Bungenberg hingegen betonte die Notwendigkeit einer entschlossenen europäischen Souveränität. Er mahnte, dass die Staatengemeinschaft Abhängigkeiten von Autokratien drastisch reduzieren müsse. Besonders die heimische Stahlproduktion und der Schutz des Binnenmarktes vor Wettbewerbsverzerrungen, etwa durch chinesische Überproduktion, seien für die Unabhängigkeit Europas essenziell.

Zum Abschluss richtete sich der Fokus auf die strategische Zukunft: Um im globalen Wettbewerb zu bestehen, müsse die EU laut Bungenberg massiv investieren und neue Partnerschaften, etwa durch Freihandelsabkommen mit Australien oder dem Mercosur-Raum, schließen. Nur so ließen sich kritische Rohstoffe wie Lithium sichern. Sein Fazit des Abends: Die Vision Winston Churchills von den „Vereinigten Staaten von Europa“ ist aktueller denn je. Deutschland und Frankreich müssen hierbei als Partner vorangehen, um die europäische Souveränität im 21. Jahrhundert wetterfest zu machen.

Zusammenfassung: Kerstin Adam 

Textgrundlage und mehr Infos: Europa-Union Saar